Eine Woche in Chalon

Es ist ein kühler Morgen, als ein grüner Wiedenhoff-Bus vom Schulhof rollt. Die Teilnehmer des Frankreich-Austausches treten ihren Gegenbesuch vom 15. bis zum 22. März 2018 bei ihren Austauschschülern in Chalon-sur-Saône an. Nach einer relativ kurzen Reise von acht Stunden kommt man schließlich am Ziel an. Gegen Ende der Fahrt musste eine zusätzliche halbstündige Pause eingelegt werden, da man zu früh für die französischen Eltern war. Schließlich jedoch erreicht man endlich den regnerischen Place Damichel. Die Schüler begrüßen freudig ihren jeweiligen Austauschpartner und seine Familie. Anschließend brechen die Austauschschüler gemeinsam mit ihren Familien zum Zuhause ihrer Corres auf.

Bereits am nächsten Tag ging es für die deutschen Schüler nach einer Stunde Unterricht mit den französischen Schülern nach Dijon. Dort besuchte man ein Museum, anschließend gab es Zeit zum Shoppen.

Das Wochenende verbrachte man in den Familien, die eigenes Programm organisierten. Manche gingen trotz des schlechten Wetters (am Samstag schneite es, was bei Deutschen wie Franzosen auf Verblüffung stieß) wandern, sahen sich Chalon an (das nicht mit der deutschen Gruppe besucht wurde), gingen dort shoppen; andere besuchten das Theater oder verbrachten ruhige Tage mit der Gastfamilie.

Am Montag besuchte die Gruppe nach der üblichen Unterrichtsstunde die Sektfabrik Veuve Ambal, deren Produktion man besichtigte. Das anschließende Verkosten der alkoholfreien Produkte fand wie bereits im Vorjahr großen Anklang. Von dort aus ging es weiter nach Beaune, wo die Schülerinnen und Schüler freie Zeit zur Verfügung hatten, bevor man die Moutarderie Edmond Fallot besichtigte, die noch immer einen großen Teil des lokalen Senfes herstellt. Neben einem historischen Überblick über die Senfherstellung in Burgund konnten die Schülerinnen und Schüler auch selbst kleine Mengen ungemahlenen Senf herstellen, was zu mehr oder weniger gelungenen Ergebnissen führte. Am Ende der Führung konnte jeder Schüler die vier Hauptsenfsorten der Moutardie Fallot mit begleitenden Häppchen kosten und bekam jeweils ein Gläschen der beiden traditionellen, klassischen Senfrezepte geschenkt.

Der nächste Tag brachte einen der Höhepunkte des Programmes: den gemeinsamen Ausflug mit den französischen Austauschschülern. Dieser führte nach Lyon. Leider mussten die deutschen und französischen Schüler aus Platzgründen in verschiedenen Bussen fahren. Zunächst besichtigten alle die Basilika von Fourvière und genossen den Panoramablick über die Stadt. Leider spielte das Wetter noch immer nicht mit, sodass man die Häuser nicht wie bei Sonnenschein leuchten sah. Die Saône führte während der gesamten sieben Tage Hochwasser und hatte zu beiden Seiten der Autobahnen oft kilometerweite Strecken überflutet. Dies führte zu einem schmutzig-braunen Wasser, was den Flair der Stadt Lyon und der Gegend Burgund allerdings nicht zu trüben vermochte. Weniger angenehm für die meisten Schüler waren einige Unklarheiten innerhalb der Gruppe, die zur Folge hatten, dass ein Teil beinahe eine Stunde in der Kälte und eisigem Wind auf den anderen warten musste. Schließlich stieg man endlich doch gemeinsam über die Treppen zur Stadt hinab. Dort nutzten die Schüler ihre freie Zeit zum Shoppen oder Aufwärmen. Manche genossen gegen Mittag die ersten Sonnenstrahlen und besahen sich dabei die Kathedrale von Lyon. Anschließend ging es gemeinsam (deutsche und französische Schüler getrennt) ins Film- und Miniaturmuseum, wo man nicht nur Originalrequisiten aus diversen Filmen bestaunte, sondern auch die kunstvoll fabrizierten Miniatureinrichtungen mitsamt Zubehör, die man durch Glasfenster ansehen konnte, was einem das Gefühl vermittelte, man würde durch ein Fenster in einen etwas verkleinerten, doch vollkommen detailgetreuen Raum blicken. Fotos lassen den Eindruck entstehen, die jeweilige Person sei in dem Raum gewesen anstatt ihn lediglich durch eine etwa bildschirmgroße Glaswand festzuhalten. Nach dem Museumsbesuch hatten die Schülerinnen und Schüler noch einmal Freizeit, anschließend kehrte man nach Chalon zurück.

Das Programm des nächsten Tages war kürzer, was der Tatsache geschuldet ist, dass die Schülerinnen und Schüler des Colleges Le Devoir mittwochs keinen Nachmittagsunterricht haben. Aus eben diesem Grund gab es auch keinen Pot d’Adieu, die übliche Abschiedsfeier der Schule, während der die deutschen Schülerinnen und Schüler mit ihren Gastfamilien zusammen kommen und auch französische Spezialitäten zu sich nehmen können. Vormittags war für die deutschen Schüler eigentlich eine Rudereinheit auf der Saône geplant, da diese aber wie bereits erwähnt so starkes Hochwasser führte, dass dies lebensgefährlich war, musste man auf die Fitness-Einrichtungen des Rudervereins zurückgreifen, wo die Schüler an Rudermaschinen kleine Wettkämpfe ausfochten und sich ansonsten an den übrigen Geräten ausprobierten. Den letzten Nachmittag verbrachte man gemeinsam in der Familie, am Abend war leider auch schon Kofferpacken angesagt.

Am nächsten Morgen traf man sich ein letztes Mal auf dem Place Damichel. Nach dem Abschied von Austauschpartner und Familie winkte die Gruppe versammelter Gastfamilien noch dem Bus hinterher, bevor dieser endgültig seinen Rückweg nach Solingen antrat.

Text von Charlotte Pause, 9b

(M. Garber-Chaudière)