Einmal im Jahr bietet die Bayer Science&Education Stiftung ein Science Teens Camp an. Jede Schule darf maximal zwei Bewerbungen schicken und die Konkurrenz ist riesengroß. Umso mehr freut es uns, dass Paul Bergmann (EF) in diesem Jahr die Gelegenheit erhielt an diesem Camp teilzunehmen. Hier ist sein Bericht, der auch anderen Schülerinnen und Schülerinnen Lust machen soll, im nächsten Jahr über eine Bewerbung nachzudenken.

“Die Bayer Science&Education Stiftung hat mir in den Sommerferien die Teilnahme am Bayer Science Teens Camp 2016 in den USA ermöglicht. Das Camp hat zwei Wochen gedauert. Es haben 7 Jugendliche aus Indien, 5 Jugendliche aus den USA, 5 Jugendliche aus Afrika und 12 Jugendliche aus Deutschland teilgenommen.

Die erste Woche haben wir in Denver, einer Großstadt im Bundesstaat Colorado am „Anatomy in Clay Center“ verbracht und mit dem „Anatomy in Clay Learning System“ an Plastikskeletten in verschiedenen Positionen Muskeln mit Knete nachgestellt. Das war für mich viel lehrreicher, als eine Zeichnung in einen Biologiebuch zu studieren, da ich alles mit den Händen angefasst habe. Begleitet wurden wir dabei vom Erfinder dieses Systems, Jon Zahourek, der über ein umfassendes Wissen über Anatomie und den gesamten Körper des Menschen verfügt. Einen weiteren Tag haben wir im „Denver Museum of Nature and Science“ verbracht. Dort gibt es beispielsweise Ausstellungen zu den Themen Roboter, Höhenmedizin, Dinosaurier und Weltall.

Darüber hinaus haben wir angefangen, uns mit „Mountain-First-Aid“ zu beschäftigen. Diese besondere Erste-Hilfe-Schulung benötigten wir für eine Wanderung, die am Ende des Camps stattfinden sollte. Dabei haben wir uns unter anderem mit dem „Gamow-Bag“, einem aufblasbaren Sack, der durch Erhöhung des Innendrucks einen Bergabstieg simuliert, beschäftigt. Eine Behandlung mit einem „Gamow-Bag“ wird durchgeführt, wenn jemand an der Höhenkrankheit leidet. Den letzten Tag der Woche in Denver verbrachten wir in der Innenstadt und haben abends im Hard Rock Cafe Denver gegessen.

Die zweite Woche startete mit einer 3-stündigen Busfahrt von Denver in einer Höhe von 1610 Metern nach Leadville (Rocky Mountains) in einer Höhe von 3094 Metern. Während der Fahrt haben wir Luftballons aufgeblasen, Chipstüten vermessen und gemessen, wie lange Wasser braucht, um aus einem Gefäß zu laufen. Diese Werte wurden bei unserer späteren Beschäftigung mit dem Luftdruck interessant.

In Leadville angekommen, haben wir uns mit verschiedenen Wissenschaftsaspekten und der Vorbereitung auf unsere Wanderung auf den Mt. Elbert beschäftigt. Außerdem konnten wir feststellen, dass die Werte, die wir in Denver an Luftballon, Chipstüte und Wasser gemessen haben, sich verändert haben. Die Veränderungen konnten wir auf den Luftdruckunterschied zurückführen.

Eine der spannendsten Erfahrung war das Sezieren. In eigener Arbeit haben wir das Gehirn, das Herz, das Auge, die Lunge und die Niere eines Schafes seziert. Als weitere Schulung haben wir außerdem den Inhalt eines Erste-Hilfe-Paketes kennengelernt und in kleinen, täglichen Einheiten geübt, wie wir verschiedene Verletzungen behandeln. Dazu zählten unter anderem: Schnitte, Knochenbrüche und Kopfverletzungen, aber auch Höhenkrankheit. Die Schulung war speziell darauf ausgerichtet, eine verletzte Person auf einem Berg zu behandeln.

Um uns auf die Wanderung auf den Mt.Elbert vorzubereiten, haben wir in der Zeit 4 Trainingswanderungen hinter uns gebracht. Bei jeder Trainingswanderung musste eine der bereits am Anfang der ersten Woche gebildeten Gruppen eine Erste-Hilfe-Simulation mit künstlichen Verletzungen absolvieren.

Den Abschluss des Camps bildete das Erklimmen des Berges Mt.Elbert mit einer Höhe von 4.401 Metern. Wir starteten morgens um 5 Uhr. Bis zur Baumgrenze sind wir gut vorangekommen, doch von dort an hat sich der Weg sehr gezogen. Es wurde immer felsiger und wir mussten uns gegenseitig dazu bringen, weiterzumachen. Nach etlichen „False summits“, also Gipfeln, die nicht der eigentliche Gipfel sind, sind wir endlich auf der Spitze angekommen. Wir waren zwar aus dem Zeitplan, aber viele, die an sich gezweifelt hatten, erreichten den Gipfel schließlich doch. Danach stand uns jedoch noch der Abstieg bevor. Ein sich zusammenziehendes Gewitter brach glücklicherweise nicht über uns herein. Trotzdem lauerte aber noch ein anderes Übel: zurück an der Baumgrenze zeigten sich bei mehreren Symptome der Höhenkrankheit, sodass sie einige Zeit im „Gamow-Bag“ verbringen mussten. Ich habe geholfen, den Sack aufzupumpen, sodass ich nach mehreren 30-minütigen Behandlungen als einer der letzten unten ankam. Jeder hat seinen persönlichen Gipfel erklommen.

Am Ende dieser zwei Wochen in den USA fiel es allen sehr schwer, sich zu verabschieden, aber ich werde das Camp als sehr schöne Erinnerung im Gedächtnis gehalten! Das Camp hat mir viele neue Erfahrungen gebracht, die ich in meinem normalen Leben nicht hätte haben können. Ich habe Freunde rund um die Welt gefunden!

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