Spendenübergabe „Changemaker“-Projekt
Gestern fand an unserer Schule ein ganz besonderer Termin statt: Einige engagierte Schülerinnen der Klasse 9a haben die Spenden übergeben, die sie im Rahmen ihres „Changemaker“- Projekts gesammelt haben. Die Spende geht an das Solinger Frauenhaus, das Frauen und Kindern in schwierigen Lebenslagen Schutz und einen Neuanfang bietet.
Aber was ist das Frauenhaus Solingen eigentlich genau?
Das Frauenhaus bietet von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern Schutz und eine Perspektive. Dabei steht die Eigenverantwortlichkeit der Bewohnerinnen im Vordergrund – die Häuser funktionieren als Selbstversorgerhäuser, in denen die Mütter und Kinder zusammenleben und ihren Alltag eigenständig organisieren.
Die Häuser bieten insgesamt 22 Plätze für Frauen und ihre Kinder. Das Team des Frauenhauses ist montags bis freitags vor Ort. Am Wochenende sind die Bewohnerinnen zwar auf sich allein gestellt, aber eine 24/7-Rufbereitschaft stellt sicher, dass im Notfall immer jemand erreichbar ist.
Die Frauen kommen hauptsächlich aus anderen Städten. Dieser Ortswechsel ist oft überlebenswichtig, um den Schutz vor den Tätern zu gewährleisten.
Allein im Jahr 2025 haben rund 60 Frauen und 40 Kinder Schutz im Haus gesucht. Die Frauen bleiben mindestens 3 Monate, eine feste zeitliche Begrenzung nach oben gibt es jedoch nicht.
Wer Hilfe sucht oder freie Plätze in NRW finden möchte, kann sich auf der Website frauen-info-netz.de informieren. Über ein praktisches Ampelsystem wird dort die Verfügbarkeit angezeigt – allerdings sind freie Plätze meistens sofort wieder belegt. Für Frauen, die ihre Wohnung nicht verlassen möchten oder können, bietet das Team zudem eine ambulante Gewaltschutzberatung an.
Ein Umzug ins Frauenhaus bedeutet einen radikalen Schnitt – besonders für die Kinder. Da die Familien meist aus anderen Städten flüchten, stehen für die Kinder kurzfristig ein Schul- und Kindergartenwechsel an. Hinzu kommt die finanzielle Belastung: Die meisten Bewohnerinnen leben während ihres Aufenthalts im Leistungsbezug.
Deshalb sind Spenden wie die unserer Schülerinnen so unglaublich wichtig.
Die regulären Lebenshaltungskosten sind zwar gedeckt, aber für das „gewisse Extra“, das den Kindern und Müttern ein Stück Normalität und Unbeschwertheit zurückgibt, fehlt im Budget das Geld. Die Spenden unserer Schülerinnen werden daher beispielsweise gezielt für gemeinsame Ausflüge genutzt, wie zum Beispiel eine Runde Minigolf oder den Besuch einer Alpaka Farm.
Wir sind stolz auf das Engagement der Mädels aus der 9a! Vielen Dank an alle, die gespendet haben!
KaFr (Foto: Katharina Frantz)
